19. Mai 2011

Ms. Maple gegen Unscha(r)f 0:1


Wenn ich soooooo viele Hände gestern gehabt hätte, dann wäre die Sache in 3 Min. erledigt gewesen. Da ich aber leider nicht über selbige verfüge, dauerte die Sache zwei Stunden.
Kurz zur gestrigen Situation. Ich alleine auf der Alm, habe gestern gaaaanz brav das Fischfutter (4 Säcke á 25kg =100kg) vom Lagerhaus abgeholt. War ja auch noch nicht das Problem. Dann musste ich jedoch diese 4 Säcke über den Wiesenhang zum Holzhaus bringen.




Dazwischen liegt der neu gebaute Zaun für unsere Herde. Um mit dem Rasenmähertraktor inkl. Anhänger durchzukommen, muss man natürlich ein Tor öffnen. Also ich schnappe mir den Rasenmäher und mach Tor erstmalig auf um durchzufahren damit ich zum Anhänger komme, welcher bei der Hütte steht,. Also Tor auf, durchfahren, Tor zu......OK hat geklappt, Schafe und Ziegen schauen interessiert zu. Unten angekommen Anhänger ankoppeln, Hang wieder rauf, Tor auf, durchfahren, Tor zu .....OK bin ganz stolz auf mich hat wieder geklappt. Schafe und Ziegen schauen noch immer sehr sehr interessiert zu.
Ich lade die 100kg Futter auf den Anhänger drehe mein Gefährt um und das ganze nochmal.
Tor auf, durchfahren, Tor zu.....OK, schön langsam bekomme ich Routine. Schafe kommen schon etwas näher um die Sachlage genauer zu betrachten. Die Ziegen fürchten sich eher.
Ich lade das Zeug ab, schleppe alles in die Hütte, hiefe dort die je 25kg in die Holztruhe (damit keine Tiere daran knabbern) und hänge den Hänger wieder vom Rasenmäher ab. Ein letztes mal Hang rauf, Tor auf, durchfahren......tja und das wars dann für die nächsten zwei Stunden. Ich konnte gar nicht so schnell schauen war Ms. Maple auch beim Tor raus. Klein Othello fand das gar nicht so nett und fing lautstark zu blöken an. Die Ziegen sahen ihre Chance gekommen und wollten gleich mal klarstellen, wer nun hier das Sagen hat. Madouce hat Othello bei den Rangkämpfen eine blutende Wunde beschert und mir blieb nichts anderes über, als Othello zu seiner Mutter zu bringen. Zwei Stunden später waren Ms. Maple und ich knapp vorm umkippen (also vielleicht ich etwas mehr) und die Wiese rund ums Haus sah aus wie nach einem zweistündigen Galopprennen. Ich habe wirklich alles versucht, gutes Zureden, Leckerli, Strick, wer läuft schneller, nicht beachten usw.
Es war reiner Zufall, oder auch Kapitulation von Seiten Ms. Maple, auf jeden Fall konnte ich sie irgendwie beim Fell packen und festhalten. So, wie aber (und jetzt kommen die 6 Hände ins Spiel) bekommt man das Schaf welches sich standhaft weigert auch nur einen Schritt zu machen, hinter den Zaun. Ich habe das Tier schlussendlich getragen und stand dann voll beladen vor dem Zauntor. Sobald ich Ms. Maple runter gab, hatte diese nur Fluchtgedanken. Das Tor war aber noch zu. Also mit den Händen das störrische Vieh halten mit der Schulter versuchen die Holzverriegelung zu öffnen. Mit dem rechten Fuß unter das Holztor um es irgendwie aufzuziehen. Aufpassen dass in diesem Moment die neugierigen Ziegen nicht auch noch rausschlüpfen. Das Gleichgewicht nicht verlieren und das sich windende Vieh mit aller Kraft durch die Öffnung schieben. Tor zu und dann  völlig erschöpft in die Wiese fallen. Othello dürfte das ganze Spiel gefallen haben, er kam zutraulich wie immer zu mir, beschnupperte das erschöpfte im Gras liegende Unscha(r)f und lies sich anstandslos hochheben und zur restlichen Herde bringen. Ich schwöre ich hätte das alles noch gefilmt wenn ich noch eine Hand frei gehabt hätte :-)

Kommentare:

Spiky hat gesagt…

Rasenmähertraktor klingt cooooool. Ich glaube, falls wir Euch mal besuchen, musst Du Herrchen und mich da irgendwann runterziehen, *hihihi*

Leona Löwenherz hat gesagt…

Dieser zweistündige Kraftakt wäre sicher einen Film wert gewesen - mit genügend Händen!!! Was tut man nicht alles für die geliebten Vierbeiner! Wir hoffen, daß es Euch allen gutgeht nach der Anstrengung :-) Liebe Grüße